Adhäsive Befestigung von Veneers: Protokoll von der Konditionierung bis zur Überschussentfernung

Ein belegtes Protokoll für die adhäsive Befestigung keramischer Veneers: von der Einprobe über Flusssäure und Silan bis zur sauberen Entfernung der Überschüsse.

16. Oktober 2026Aktualisiert 16. Oktober 202610 Min. Lesezeit1.996 Wörter
Geätzte Keramikveneers auf einem Halter neben Ätzgel, Silanflasche, Befestigungskomposit und Mikrobrush auf einer Arbeitsfläche
Inhaltsverzeichnis
  1. Warum die adhäsive Befestigung über den Langzeiterfolg entscheidet
  2. Einprobe: Farbe, Passung und Kontamination
  3. Einprobe vor der Trockenlegung
  4. Prüfung der Passung
  5. Reinigung nach der Einprobe
  6. Konditionierung der Keramik
  7. Ätzen mit Flusssäure
  8. Silanisieren
  9. Alternative: selbstätzender Keramikprimer
  10. Konditionierung des Zahns
  11. Reinigung und Trockenlegung
  12. Schmelz ätzen
  13. Freiliegendes Dentin
  14. Adhäsiv auftragen
  15. Befestigungsmaterial: lichthärtend, dualhärtend oder Füllungskomposit
  16. Protokoll: Veneers adhäsiv befestigen Schritt für Schritt
  17. Überschussentfernung und Ausarbeitung
  18. Typische Fehler und ihre Folgen
  19. Fazit
  20. Häufige Fragen

Die adhäsive Befestigung entscheidet bei Veneers mit darüber, ob eine 0,5 mm dünne Keramikschale über Jahre hält oder sich löst, verfärbt oder bricht. Dieser Artikel führt Sie durch ein Protokoll, das sich an Herstellerangaben und klinischen Studien orientiert: von der Einprobe über das Ätzen und Silanisieren der Keramik und die Schmelzkonditionierung bis zur Überschussentfernung. Zu jedem Schritt erfahren Sie, warum er nötig ist und welche Fehler die Haftung gefährden.

Warum die adhäsive Befestigung über den Langzeiterfolg entscheidet

Ein Veneer hat keine mechanische Retention. Es hält ausschließlich über den Verbund aus geätzter Keramik, Silan, Befestigungskomposit und konditioniertem Schmelz. Erst im verklebten Zustand wird aus der fragilen Schale und dem Zahn eine belastbare Einheit. Peumans und Mitarbeiter kamen in ihrer Übersichtsarbeit zu dem Schluss, dass der Verbund dann am besten ist, wenn die Präparation vollständig im Schmelz liegt, das Adhäsivprotokoll korrekt durchgeführt und ein geeignetes Befestigungskomposit gewählt wird (Peumans et al. 200000066-4)).

Die klinischen Daten bestätigen das:

  • In einer Innsbrucker Nachuntersuchung von 318 Veneers aus Silikatkeramik lag die geschätzte Überlebensrate bei 93,5 % nach 10 Jahren und bei 82,93 % nach 20 Jahren. Bruxismus erhöhte das Misserfolgsrisiko um das 7,7-Fache, avitale Zähne versagten ebenfalls signifikant häufiger (Beier et al. 2012).
  • Gurel und Mitarbeiter werteten 580 Veneers über bis zu 12 Jahre aus. Veneers, die auf Dentin verklebt waren oder deren Ränder im Dentin lagen, versagten etwa zehnmal häufiger als Veneers auf Schmelz. Bei Präparationen vollständig im Schmelz betrug die Überlebensrate 99 % (Gurel et al. 2013).
  • Eine Metaanalyse von 13 Studien ergab bei einer medianen Beobachtungszeit von 9 Jahren Raten von 2 % für Debonding und 4 % für Frakturen oder Chipping (Morimoto et al. 2016).

Die Befestigung beginnt deshalb nicht am Einsetztermin, sondern bei der Planung: Ein additiv geplantes Mock-up hilft, die Präparation im Schmelz zu halten. Und die Wahl der Keramik bestimmt das Konditionierungsprotokoll. Welche Werkstoffe für Veneers infrage kommen, beschreibt der Artikel Lithiumdisilikat oder Zirkonoxid.

Einprobe: Farbe, Passung und Kontamination

Einprobe vor der Trockenlegung

Die Farbwirkung eines Veneers hängt von Zahnfarbe, Keramikschichtstärke, Transluzenz und Farbe des Befestigungsmaterials ab. Ivoclar empfiehlt, die Farbsimulation mit Try-in-Pasten durchzuführen, bevor der Zahn isoliert oder getrocknet wird, weil das Trocknen die Zahnhartsubstanz vorübergehend aufhellt (Gebrauchsinformation Variolink Esthetic Try-In Paste, Rev. 0, 2026). Die glycerinhaltigen Pasten sind wasserlöslich und lassen sich unter fließendem Wasser oder im Ultraschallbad entfernen.

Wie stark die Farbe des Befestigungsmaterials das Ergebnis überhaupt verschiebt, ist begrenzt. In einer In-vitro-Studie mit IPS-Empress-Keramik von 0,5 bis 3 mm Stärke veränderte das Verkleben die Farbe zwar messbar, die beiden getesteten Zementfarben unterschieden sich aber nicht wahrnehmbar voneinander (Terzioğlu et al. 2009). Größere Farbkorrekturen gehören daher in die Keramik, nicht in den Zement.

Prüfung der Passung

Prüfen Sie jedes Veneer einzeln auf Randschluss und vollständigen Sitz, danach alle gemeinsam auf die approximalen Kontakte. Zu straffe Kontakte verhindern das vollständige Einsetzen und führen zu Randspalten. Silikonbasierte Passungsprüfer sollten Sie an Klebeflächen meiden: Für Zirkonoxid zeigten Quaas und Mitarbeiter, dass nach Kontamination mit einem Silikon-Passungsprüfer die Reinigung mit Alkohol keinen dauerhaften Verbund lieferte, erneutes Abstrahlen war am wirksamsten (Quaas et al. 2007).

Reinigung nach der Einprobe

Speichel und Blut kontaminieren die bereits geätzte Klebefläche. Für die extraorale Reinigung vorbehandelter Keramikflächen nach der intraoralen Einprobe nennt Ivoclar eine spezielle Reinigungspaste (Ivoclean); bereits silanisierte Flächen müssen danach erneut mit Haftvermittler behandelt werden (Gebrauchsinformation Ivoclean, Rev. 0, 2025). Ist die Keramik im Labor noch nicht geätzt worden, erfolgt das Ätzen ohnehin erst nach der Einprobe.

Konditionierung der Keramik

Ätzen mit Flusssäure

Glaskeramiken werden mit Flusssäure angeätzt. Die Säure löst die Glasphase selektiv heraus und erzeugt ein mikroretentives Relief. Das IPS Ceramic Etching Gel enthält weniger als 5 % Flusssäure. Die aktuelle Gebrauchsinformation von Monobond Plus nennt für 5%ige Flusssäure folgende Ätzzeiten (Gebrauchsinformation Monobond Plus, Rev. 0, 2023):

KeramikÄtzzeit (Flusssäure, z. B. IPS Ceramic Etching Gel)
Lithiumdisilikat (IPS e.max CAD, IPS e.max Press)20 s
Leuzitverstärkte Glaskeramik (z. B. IPS Empress)60 s
Andere Silikatkeramikennach Angabe des jeweiligen Herstellers

Längeres Ätzen verbessert den Verbund laut der (älteren) Gebrauchsinformation des Ätzgels nicht (IPS Ceramic Etching Gel, Stand 03/2007). Flusssäure ist hochgiftig, wird nie intraoral angewendet und erfordert Schutzbrille und Handschuhe. Nach dem Ätzen wird gründlich abgesprüht und getrocknet. Bei Fremdfabrikaten gilt die Ätzzeit des jeweiligen Keramikherstellers. Fragen Sie im Labor nach, ob die Veneers bereits geätzt geliefert werden.

Silanisieren

Nach dem Ätzen wird ein Silan oder ein silanhaltiger Universalprimer aufgetragen. Ivoclar sieht für Monobond Plus eine Einwirkzeit von 60 s vor (Gebrauchsinformation Monobond Plus). Danach wird verblasen, die silanisierte Fläche nicht mehr berührt und bis zum Einsetzen vor Staub und Feuchtigkeit geschützt.

Universaladhäsive ersetzen das Silan nicht automatisch. In einer In-vitro-Studie mit geätzter Lithiumdisilikatkeramik erzielte das silanhaltige System nach 3, 30 und 150 Tagen signifikant höhere Haftwerte als mehrere Universaladhäsive, von denen einige kein Silan enthalten. Die Autoren raten, silanfreie Universaladhäsive für Lithiumdisilikat zu meiden (Passia et al. 2015).

Alternative: selbstätzender Keramikprimer

Für Lithiumdisilikat gibt es einen Einkomponentenprimer, der Ätzen und Silanisieren kombiniert (Monobond Etch & Prime: 20 s einreiben, weitere 40 s einwirken lassen, laut Gebrauchsinformation, Rev. 0, 2024). Wille und Mitarbeiter fanden für Lithiumdisilikat Haftwerte, die mit Flusssäure plus Silan vergleichbar waren; auf Zirkonoxid waren sie dagegen signifikant niedriger (Wille et al. 2017). Für Veneers aus Glaskeramik bleibt Flusssäure mit Silan der Referenzweg, der Primer ist eine Option, wenn das Ätzen am Behandlungsplatz vermieden werden soll.

Konditionierung des Zahns

Reinigung und Trockenlegung

Provisorische Befestigungsreste müssen vollständig entfernt werden, etwa mit fluoridfreier Polierpaste oder Bimsstein. Danach folgt die Trockenlegung. Ziel ist ein Arbeitsfeld ohne Speichel, Sulkusfluid und Blut. Ein Retraktionsfaden hält den Rand zugänglich und den Sulkus trocken; wie Sie Fäden auswählen und legen, beschreibt der Artikel Retraktionsfaden und Gewebemanagement. Nachbarzähne werden häufig mit PTFE-Band (Teflonband) vor Ätzgel, Adhäsiv und Komposit geschützt.

Schmelz ätzen

Auf Schmelz ist Phosphorsäure der zuverlässigste Weg zu einem dichten Verbund. In der Laborstudie von Frankenberger und Mitarbeitern an direkten Kompositfüllungen lag der Anteil spaltfreier Schmelzränder nach thermomechanischer Belastung mit Phosphorsäureätzung bei etwa 90 %, mit zweistufigen selbstätzenden Adhäsiven ohne Phosphorsäure bei etwa 70 % (Frankenberger et al. 2008). Die Einwirkzeit richtet sich nach dem Produkt: Für Total Etch (37 % Phosphorsäure) nennt Ivoclar bei selektiver Schmelzätzung 15 bis 30 s, in der Total-Etch-Technik 15 s (Gebrauchsinformation Total Etch, Rev. 0, 2022; Gebrauchsinformation Variolink Esthetic LC, Rev. 1, 2025). Richtig geätzter Schmelz erscheint nach dem Trocknen kreidig-weiß.

Freiliegendes Dentin

Liegt nach der Präparation Dentin frei, empfiehlt Magne, die frisch geschnittene Dentinfläche direkt nach der Präparation und vor der Abformung mit einem Dentinadhäsiv zu versiegeln (Immediate Dentin Sealing). Das soll Haftwerte verbessern, Spaltbildung und Sensibilitäten reduzieren (Magne 2005). Beim Einsetzen wird die versiegelte Fläche gereinigt und erneut konditioniert. Bei selbstätzenden Systemen sollte Dentin nicht zusätzlich mit Phosphorsäure geätzt werden, wenn der Hersteller das nicht vorsieht; Frankenberger fand bei dieser Kombination deutlich schlechtere Dentinränder.

Adhäsiv auftragen

Das Adhäsiv wird nach Gebrauchsinformation aufgetragen, eingerieben und verblasen. Ob es vor dem Einsetzen separat lichtgehärtet wird, hängt vom System ab. Eine vorab gehärtete, dicke Adhäsivschicht kann das vollständige Aufsetzen behindern, deshalb ist das Verblasen auf einen dünnen Film wichtig.

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Befestigungsmaterial: lichthärtend, dualhärtend oder Füllungskomposit

Veneers sind dünn und lichtdurchlässig. Deshalb werden sie meist mit rein lichthärtenden Befestigungskompositen eingesetzt, die eine längere Verarbeitungszeit bieten und kein chemisches Initiatorsystem benötigen. Dualhärtende Materialien sind bei dickeren oder opaken Restaurationen sinnvoll, bei denen nicht genug Licht ankommt.

Eine Alternative sind fließfähige oder erwärmte Füllungskomposite. Gresnigt und Mitarbeiter verglichen an 40 oberen mittleren Schneidezähnen Lithiumdisilikat-Veneers, die entweder mit einem lichthärtenden Befestigungskomposit oder mit einem Füllungskomposit eingesetzt wurden. Nach thermomechanischer Alterung zeigte die Kompositgruppe höhere Bruchlasten (im Ermüdungstest im Mittel 1165 N gegenüber 762,5 N) und weniger Chipping (Gresnigt et al. 2017). Es handelt sich um eine Laborstudie; höher viskose Materialien verlangen außerdem eine sehr genaue Passung und vorsichtiges Aufsetzen, damit das Veneer vollständig sitzt.

Protokoll: Veneers adhäsiv befestigen Schritt für Schritt

Das folgende Protokoll fasst die Schritte für Veneers aus Glaskeramik oder Lithiumdisilikat zusammen. Es ersetzt nicht die Gebrauchsinformationen der verwendeten Produkte.

  1. Provisorium abnehmen, Zahnoberflächen von Zementresten reinigen.
  2. Einprobe einzeln und gemeinsam, Farbkontrolle mit Try-in-Paste vor dem Trocknen.
  3. Veneers reinigen (Try-in-Paste abspülen, kontaminierte Flächen extraoral reinigen).
  4. Keramik ätzen (Flusssäure, Ätzzeit nach Keramik), abspülen, trocknen.
  5. Silan oder silanhaltigen Primer auftragen, 60 s einwirken lassen (Monobond Plus), verblasen.
  6. Trockenlegung, gegebenenfalls Retraktionsfaden, Nachbarzähne mit PTFE-Band schützen.
  7. Schmelz mit Phosphorsäure ätzen, gründlich absprühen, trocknen.
  8. Adhäsiv auftragen und verblasen, Härtung nach Gebrauchsinformation.
  9. Befestigungskomposit auf die Innenseite des Veneers auftragen, Veneer in Position bringen, Sitz kontrollieren.
  10. Kurz anpolymerisieren, grobe Überschüsse mit Sonde, Scaler und Zahnseide entfernen.
  11. Ränder mit Glyceringel abdecken und vollständig auspolymerisieren, von labial und palatinal.
  12. Faden und PTFE-Band entfernen, Restüberschüsse mit Skalpell, Finierstreifen und Polierscheiben entfernen, Okklusion und Führungen prüfen.

Bei mehreren Veneers werden diese meist nacheinander und nicht alle gleichzeitig befestigt, häufig von der Mitte nach distal, damit Sie Kontaktpunkte und Sitz der Nachbarn kontrollieren können.

Überschussentfernung und Ausarbeitung

Zurückgebliebene Überschüsse sind Plaqueretentionsstellen und eine typische Ursache für Gingivitis und Randverfärbungen am Veneer. Am leichtesten lassen sie sich im gelartigen Zustand nach kurzer Anpolymerisation entfernen, bevor das Material vollständig ausgehärtet ist. Approximal helfen Zahnseide und Finierstreifen, am Rand ein Skalpell.

Komposit härtet an der Luft an der Oberfläche nicht vollständig aus, weil Sauerstoff die Polymerisation hemmt. Ein Glyceringel auf den Rändern verhindert diese Inhibitionsschicht; Ivoclar nennt ein solches Gel ausdrücklich für diesen Zweck (Gebrauchsinformation Variolink Esthetic LC). Nach der Endpolymerisation werden die Ränder mit Polierern für Keramik und Komposit geglättet. Beschleifene Keramikflächen müssen poliert werden.

Typische Fehler und ihre Folgen

FehlerFolgeVermeidung
Präparation großflächig im Dentinhöheres Risiko für Debonding und Frakturadditive Planung, Präparation durch das Mock-up, Dentin sofort versiegeln
Kontamination nach dem Ätzengeschwächter VerbundEinprobe vor der Konditionierung, Reinigung nach Einprobe
Silan vergessen oder silanfreies Universaladhäsivgeringere Haftung an Glaskeramikeigener Silanschritt
Flusssäure zu lange oder intraoralkein Haftgewinn, VerletzungsgefahrÄtzzeit nach Hersteller, nur extraoral
Überschüsse im SulkusGingivitis, RandverfärbungAnpolymerisieren, Überschüsse im Gelzustand entfernen
Zu dicke Adhäsivschichtunvollständiger Sitz, RandspaltAdhäsiv dünn verblasen

Fazit

Die adhäsive Befestigung von Veneers ist ein Protokoll mit vielen Einzelschritten, von denen keiner fehlen darf: Einprobe vor der Trockenlegung, Ätzen der Keramik mit der richtigen Zeit, ein eigener Silanschritt, Phosphorsäure auf dem Schmelz, ein kontaminationsfreies Arbeitsfeld und eine sorgfältige Überschussentfernung. Die Studien zeigen, dass vor allem der Erhalt von Schmelz über den Langzeiterfolg entscheidet. Dazu gehört auch eine Präparation, die schon auf die spätere Befestigung ausgerichtet ist, wie bei Teilkronen und Tabletops. Präparation, Provisorien und Befestigung üben Sie praktisch im Veneer-Präparationskurs bei Dr. Hajtó.

Häufige Fragen

Wie lange werden Lithiumdisilikat-Veneers mit Flusssäure geätzt?

Für IPS e.max CAD und IPS e.max Press nennt Ivoclar 20 Sekunden mit 5%iger Flusssäure, etwa dem IPS Ceramic Etching Gel. Leuzitverstärkte Glaskeramik wie IPS Empress wird 60 Sekunden geätzt. Längeres Ätzen bringt laut Hersteller keinen zusätzlichen Haftgewinn. Bei Keramiken anderer Hersteller gilt die jeweilige Gebrauchsinformation. Flusssäure wird nur extraoral und mit Schutzausrüstung verwendet.

Reicht ein Universaladhäsiv mit Silan statt eines eigenen Silanschritts?

Nicht in jedem Fall. In der Studie von Passia und Mitarbeitern zeigte ein System mit separatem Silanprimer an geätztem Lithiumdisilikat nach Wasserlagerung signifikant höhere Haftwerte als mehrere Universaladhäsive. Die Autoren raten, silanfreie Universaladhäsive für Lithiumdisilikat zu meiden. Ein eigener Silanschritt mit ausreichender Einwirkzeit ist deshalb der sichere Weg.

Welches Befestigungsmaterial eignet sich für Veneers?

Für dünne, lichtdurchlässige Veneers werden meist rein lichthärtende Befestigungskomposite verwendet, weil sie eine lange Verarbeitungszeit bieten. Auch fließfähige oder erwärmte Füllungskomposite sind möglich. In einer Laborstudie von Gresnigt und Mitarbeitern zeigten Lithiumdisilikat-Veneers mit Füllungskomposit höhere Bruchlasten und weniger Chipping als mit Befestigungskomposit. Klinische Langzeitdaten zu diesem Vergleich fehlen bisher.

Was tun, wenn bei der Veneer-Präparation Dentin freiliegt?

Freiliegendes Dentin sollte direkt nach der Präparation und vor der Abformung mit einem Dentinadhäsiv versiegelt werden (Immediate Dentin Sealing nach Magne). Beim Einsetzen wird die versiegelte Fläche gereinigt und erneut konditioniert. Gurel und Mitarbeiter fanden für Veneers auf Dentin ein etwa zehnfach höheres Misserfolgsrisiko als auf Schmelz, daher sollte die Präparation möglichst im Schmelz bleiben.

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