Ein CMD-Screening beantwortet vor jeder größeren Versorgung eine einzige Frage: Braucht dieser Patient eine vollständige klinische Funktionsanalyse oder nicht? Nach diesem Artikel kennen Sie die sechs Befunde des CMD-Kurzbefunds nach Ahlers und Jakstat, den Aufbau des CMD-Screenings der DGFDT, die aktuellen Validierungsdaten beider Instrumente und das Vorgehen nach einem positiven Ergebnis.
Wozu ein CMD-Screening in der Zahnarztpraxis dient
Craniomandibuläre Dysfunktionen (CMD) umfassen nach der Definition der Deutschen Gesellschaft für Funktionsdiagnostik und -therapie (DGFDT) Schmerz und/oder Dysfunktion: Kaumuskel- oder Kiefergelenkschmerz, Bewegungseinschränkungen, intraartikuläre Störungen sowie störende Vorkontakte und Gleithindernisse. Die S2k-Leitlinie zu Okklusionsschienen (AWMF 083-051) übernimmt diese Definition.
Funktionsstörungen sind häufig. Eine Metaanalyse von 21 Studien mit RDC/TMD- oder DC/TMD-Diagnostik ergab für Erwachsene eine Prävalenz von Kiefergelenkerkrankungen von rund 31 %, am häufigsten die Diskusverlagerung mit Reposition (Valesan et al. 2021). Viele dieser Befunde sind symptomlos und nicht behandlungsbedürftig. Gerade deshalb brauchen Sie einen einfachen Filter, der die Patienten herausfischt, bei denen eine weiterführende Diagnostik nötig ist.
Ein Screening ist keine Diagnose. Es sortiert nur: unauffällig, also Behandlung wie geplant, oder auffällig, also klinische Funktionsanalyse vor der Therapieentscheidung. Die Diagnose selbst entsteht erst in der Funktionsanalyse in der Zahnarztpraxis.
Was die Leitlinien verlangen
Die S2k-Leitlinie Okklusionsschienen (AWMF 083-051, Stand Februar 2024) formuliert es im Kapitel zur präprothetischen Therapie deutlich: Im Rahmen einer umfangreichen prothetischen Versorgung ist aus zahnmedizinischen und medizinrechtlichen Gründen ein funktioneller Kurzbefund auf CMD-Symptome erforderlich. Ein positives Ergebnis löst eine erweiterte Diagnostik aus. Bestätigt sich der Verdacht und ist der Befund therapiebedürftig, ist eine funktionelle Vorbehandlung angezeigt, zu der die Schienentherapie gehört.
Die S2k-Leitlinie Instrumentelle zahnärztliche Funktionsanalyse und Kieferrelationsbestimmung (AWMF 083-017, Stand Juli 2022) ergänzt dazu: Besteht nach der klinischen Untersuchung der Verdacht auf eine CMD, sollte die vorgefundene Okklusion in der Regel nicht sofort für den Zahnersatz übernommen werden (Empfehlung 13, starker Konsens). Das Screening ist also der Schritt, der diesen Verdacht überhaupt erst sichtbar macht.
Wann Sie screenen sollten
Der DGFDT-Befundbogen nennt als Indikation die Zeit vor restaurativer und/oder kieferorthopädischer Behandlungsplanung sowie die Abgrenzung unklarer Kiefer- und Gesichtsschmerzen oder orofazialer Dysfunktionen. Praktisch heißt das:
- vor Kronen, Brücken, Teilkronen und Veneers in mehreren Quadranten
- vor jeder geplanten Veränderung der vertikalen oder horizontalen Kieferrelation
- vor kieferorthopädischer Behandlung Erwachsener
- bei Schliffflächen, Abrasionen oder Keramikfrakturen ohne erkennbare Ursache
- bei Kiefer-, Gesichts- oder Ohrschmerzen, die sich nicht dental erklären lassen
Da beide Instrumente nur Lineal und Folie benötigen, lässt sich das Screening auch fest in die Erstuntersuchung neuer Patienten einbauen. So liegt ein Ausgangsbefund vor, bevor überhaupt eine Restauration geplant wird.
Der CMD-Kurzbefund nach Ahlers und Jakstat
Der CMD-Kurzbefund wurde von M. Oliver Ahlers und Holger A. Jakstat entwickelt und ist seit Jahren als klinisches Screening etabliert. Er prüft sechs Befunde, jeder wird mit ja oder nein dokumentiert (Ahlers und Jakstat 2015).
| Befund | Prüfung | Positiv, wenn |
|---|---|---|
| Mundöffnung asymmetrisch | Öffnungsbewegung von frontal beobachten | deutliche Deviation oder Deflexion des Unterkiefers |
| Mundöffnung eingeschränkt | Schneidekantendistanz messen | Öffnung deutlich unter 38 mm bei normaler Frontzahnstellung |
| Gelenkgeräusche | beidseitig präaurikulär tasten und hören beim Öffnen und Schließen | Knacken oder Reiben |
| Okklusale Geräusche | wiederholter Zahnreihenschluss | Schließgeräusch nicht einzeitig, sondern mehrzeitig |
| Muskelpalpation | M. masseter pars superficialis, M. temporalis pars anterior, M. digastricus venter posterior | Schmerz, Missempfindung oder tastbare Verhärtung |
| Exzentrik traumatisch | Seitenzähne und Führungsflächen inspizieren | nicht altersgerechter Verschleiß und/oder Mediotrusionskontakte |
Die Auswertung ist einfach: Ab zwei positiven Befunden gilt eine CMD als wahrscheinlich, und es sollte eine klinische Funktionsanalyse folgen. Die Autoren begründen den Schwellenwert damit, dass er am zuverlässigsten die Patienten erkennt, bei denen die anschließende Funktionsanalyse eine CMD bestätigt (Ahlers 2015).
Hinweise zur Durchführung
Das okklusale Geräusch ist der Befund, der am häufigsten unterschätzt wird. Ein gesunder Kieferschluss in statischer Okklusion klingt kurz und einzeitig. Hören Sie ein „Klappern" oder mehrere Kontakte nacheinander, treffen die Zahnreihen nicht gleichzeitig aufeinander. Lassen Sie den Patienten mehrfach aus leichter Öffnung zubeißen und achten Sie auf einen reproduzierbaren Eindruck.
Bei der Muskelpalpation zählt jede eindeutige Schmerzreaktion. Laut Ahlers wird auch eine tastbare Verhärtung als positiv gewertet, selbst wenn der Patient keinen Schmerz angibt. Die Gelenke tasten Sie beidseitig gleichzeitig, um Vibrationen als Korrelat von Knacken oder Reiben zu spüren, und fragen dabei nach Schmerzen im Gelenk oder Ohr.
„Exzentrik traumatisch" erfasst die Folgen von Parafunktionen: ausgeprägte Schliffflächen im Seitenzahnbereich, nicht altersgerechter Substanzverlust durch Attrition oder Abrasion und Kontakte auf der Mediotrusionsseite im Seitenzahnbereich.
Das CMD-Screening der DGFDT
2019 hat die DGFDT ein eigenes CMD-Screening (CMD-Basisdiagnostik) veröffentlicht, aktuell als Befundbogen 2020 von Ottl, Peroz, Lange, Mentler, Wolowski und Ahlers. Es lehnt sich an die Diagnostic Criteria for Temporomandibular Disorders (DC/TMD) an und kombiniert eine Anamnesefrage mit fünf Untersuchungsbefunden.
Die Anamnesefrage lautet sinngemäß: Haben Sie einmal wöchentlich oder häufiger Schmerzen im Schläfen- oder Gesichtsbereich, im Kiefer oder Kiefergelenk, bei Kieferöffnung oder beim Kauen, oder Schwierigkeiten bzw. Blockierungen bei der Kieferöffnung?
Die fünf Untersuchungsbefunde sind:
- Schmerz der Kaumuskulatur bei Palpation der Referenzmuskeln M. temporalis und M. masseter superficialis, zum Beispiel nach DC/TMD.
- Schmerz im Kiefergelenk bei prä- oder intraaurikulärer Palpation oder bei Kieferöffnung.
- Limitation der aktiven Kieferöffnung unter 40 mm, gemessen mit Lineal oder Messschieber.
- Okklusionsstörungen, geprüft in habitueller Okklusion mit Shimstock- oder Okklusionsfolie, visuell oder über Okklusionsgeräusche.
- Kiefergelenkgeräusche (Knacken oder Reiben) bei Palpation oder Kieferöffnung.
Die Auswertung arbeitet mit einem Ampelschema. Ein rotes Kriterium bedeutet: Erweiterte Diagnostik sollte durchgeführt werden. Ein gelbes Kriterium bedeutet: Sie kann durchgeführt werden. In der ursprünglichen Konsensversion waren Gelenkgeräusche und Okklusionsstörungen nur optionale Auslöser (Faulhaber et al. 2026). Der Bogen hält ausdrücklich fest, dass Kiefergelenkgeräusche allein, ohne Schmerz oder Funktionseinschränkung, in der Regel keine erweiterte Diagnostik erfordern.
Für die Palpation nennt das DC/TMD-Protokoll für die Myalgie-Diagnostik einen Druck von 1 kg über 2 Sekunden (Schiffman et al. 2014). Wer die Druckstärke nicht kalibriert, erhält schwer vergleichbare Befunde. Üben Sie den Druck mit einer Waage, bevor Sie ihn im Team standardisieren.
CMD-Fortbildung
Diagnostik und Therapie craniomandibulärer Dysfunktionen für die Praxis.
Zur CMD-FortbildungWie gut erkennen die Screening-Instrumente eine CMD?
Die aktuellste Vergleichsstudie stammt von der Charité Berlin (Faulhaber, Peroz und Peroz 2026). 121 konsekutive Patienten wurden mit dem CMD-Kurzbefund, den drei Screeningfragen 3Q/TMD nach Lövgren und zwei weiterentwickelten Versionen des DGFDT-Screenings untersucht. Referenzstandard war die vollständige DC/TMD-Diagnostik.
| Instrument | Sensitivität | Spezifität |
|---|---|---|
| CMD-Kurzbefund (Ahlers/Jakstat) | 73,8 % | 75,0 % |
| 3Q/TMD (Lövgren) | 75,4 % | 100 % |
| DGFDT-Screening, klinisch modifizierte Version C | 84,6 % | 100 % |
| DGFDT-Screening, statistisch optimierte Version B | 100 % | 100 % |
Schloss man Patienten aus, deren einziger Befund ein schmerzfreies Gelenkgeräusch war, stieg die Sensitivität des Kurzbefunds auf 85,2 % und die der Version C auf 98,1 %. Die Spezifität blieb unverändert.
Diese Zahlen brauchen Einordnung. Die Studie lief an einem Zentrum mit einem einzigen, nicht verblindeten Untersucher. Die Version B wurde an der Vorgängerkohorte statistisch optimiert, eine Überanpassung schließen die Autoren selbst nicht aus. Zudem hatten 53,7 % der Teilnehmer eine CMD-Diagnose. In einer allgemeinzahnärztlichen Praxis mit deutlich geringerer Prävalenz sinkt der positive Vorhersagewert jedes Screenings, der negative steigt. Die Autoren fordern deshalb eine externe Validierung an mehreren Zentren. Auch das beste Screening bleibt ein Filter für die weitere Diagnostik, kein Diagnoseersatz.
Reine Fragebögen
Für schmerzbezogene CMD gibt es validierte Fragebögen. Der TMD Pain Screener erreichte in der Entwicklungsstudie an 504 Teilnehmern eine Sensitivität von 99 % und eine Spezifität von 97 % (Gonzalez et al. 2011); das DC/TMD-Protokoll enthält ihn als Screening-Instrument für schmerzbezogene CMD (Schiffman et al. 2014). Bei den 3Q/TMD waren in einer spezialisierten Schmerzklinik die beiden Schmerzfragen sehr sensitiv (0,83 bis 0,94), aber wenig spezifisch (0,41 bis 0,55) (Lövgren et al. 2018).
Für die prothetische Planung reichen Fragebögen allein nicht aus. Sie erfassen Schmerz, aber weder Okklusionsstörungen noch Verschleiß. Genau diese Befunde entscheiden aber darüber, ob Sie eine bestehende Okklusion übernehmen können. Kombinieren Sie deshalb Anamnese und kurze klinische Untersuchung.
Ablauf in der Praxis
So integrieren Sie das CMD-Screening in die Untersuchung:
- Anamnesefrage zu Schmerzen und Kieferblockaden stellen, idealerweise schon im Anamnesebogen.
- Öffnungsbewegung beobachten und Schneidekantendistanz mit Lineal messen.
- Beide Kiefergelenke beim Öffnen und Schließen gleichzeitig palpieren, auf Geräusche und Schmerz achten.
- Referenzmuskeln palpieren und die Reaktion des Patienten notieren.
- Patienten mehrfach zubeißen lassen, Schließgeräusch beurteilen und Kontakte mit Shimstockfolie prüfen.
- Verschleiß und Mediotrusionskontakte im Seitenzahnbereich inspizieren.
- Ergebnis nach dem gewählten Schema auswerten und jeden Befund dokumentieren, auch die negativen.
- Bei positivem Ergebnis die klinische Funktionsanalyse terminieren, bevor Sie die Restauration planen.
Entscheiden Sie sich in der Praxis für ein Instrument und bleiben Sie dabei. Nur dann sind Befunde verschiedener Behandler und Termine vergleichbar.
Was nach einem positiven Screening folgt
Der nächste Schritt ist die klinische Funktionsanalyse. Die Leitlinie 083-017 bezeichnet sie als ersten und wichtigsten Schritt zur Beurteilung des Funktionszustands; instrumentelle Verfahren bauen darauf auf (Empfehlung 2). Eine instrumentelle Bewegungsanalyse soll wegen hohem Aufwand und geringer Sensitivität nicht als Screening für intraartikuläre Störungen eingesetzt werden (Empfehlung 8).
Bestätigt die Funktionsanalyse eine therapiebedürftige CMD, sieht die Leitlinie 083-051 eine präprothetische Behandlung mit Okklusionsschienen vor, gegebenenfalls kombiniert mit weiteren Maßnahmen (Empfehlung 27). Definitive okklusale Maßnahmen kommen erst in Betracht, wenn die Beschwerden klinisch relevant gelindert sind und die Unterkieferlage stabil ist, beides seit mindestens sechs Monaten. Wie Sie dabei vorgehen, beschreibt der Beitrag zur Schienentherapie bei CMD.
Für die spätere Versorgung brauchen Sie dann eine reproduzierbare Kieferrelation und eine korrekte Modellmontage. Dazu gehören das Zentrikregistrat mit Frontzahn-Jig und die Frage, ob eine Gesichtsbogenübertragung in den Artikulator nötig ist.
Ist das Screening negativ, spricht zunächst nichts dagegen, die bestehende Okklusion als Referenz zu nutzen. Die Leitlinie 083-017 empfiehlt, die maximale Interkuspidation bei funktionsgesunden Patienten zu übernehmen, deren Zahnreihen in vier Quadranten abgestützt sind und die nicht aus anderen Gründen restauriert werden müssen (Empfehlung 14).
Dokumentation und typische Fehler
Halten Sie jeden geprüften Befund fest, nicht nur die auffälligen. Die Faulhaber-Studie weist ausdrücklich auf die forensische Bedeutung hin: Vor umfangreicher prothetischer oder kieferorthopädischer Behandlung belegt die Dokumentation den Ausgangszustand. Ein „o. B." ohne Angabe, was geprüft wurde, hilft im Streitfall wenig.
Häufige Fehler beim CMD-Screening:
- Ein isoliertes, schmerzfreies Knacken wird als Behandlungsindikation gewertet. Die Leitlinie 083-051 und der DGFDT-Bogen sehen das anders.
- Das Screening wird mit der Diagnose verwechselt. Ein positiver Kurzbefund begründet keine Schiene und keine Bisshebung, sondern eine Funktionsanalyse.
- Die Palpation erfolgt mit wechselndem Druck, die Befunde sind dann nicht reproduzierbar.
- Das Screening findet erst nach der Präparation statt. Dann ist die Okklusion bereits verändert und der Ausgangsbefund verloren.
- Okklusale Geräusche und Verschleiß werden übersprungen, weil der Patient schmerzfrei ist. Gerade diese Befunde betreffen aber die prothetische Planung.
Zusammenfassung
Ein CMD-Screening kostet wenig Zeit und schützt Sie und Ihre Patienten vor Zahnersatz auf einer Okklusion, die nicht stabil ist. Der CMD-Kurzbefund mit sechs Befunden und der Schwelle von zwei positiven Merkmalen ist eingeführt und einfach; das DGFDT-Screening ergänzt eine Schmerzanamnese und wertet isolierte Gelenkgeräusche zurückhaltender. Seine weiterentwickelten Versionen erreichten in einer aktuellen, monozentrischen Validierungsstudie eine höhere Sensitivität und Spezifität als der Kurzbefund. Entscheidend ist, dass ein positives Ergebnis konsequent zur klinischen Funktionsanalyse führt. Wie Screening, Funktionsanalyse, Schiene und Registrat in der Praxis zusammenspielen, üben Sie in der CMD-Fortbildung in Feldkirchen.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen CMD-Screening und Funktionsanalyse?
Das CMD-Screening ist eine kurze Filteruntersuchung mit wenigen Befunden. Es entscheidet nur, ob eine weiterführende Diagnostik nötig ist. Die klinische Funktionsanalyse ist die vollständige Untersuchung von Muskeln, Gelenken, Unterkieferbewegungen und Okklusion mit Anamnese und Diagnosestellung. Erst sie liefert die Grundlage für eine Therapieentscheidung wie Schiene, Physiotherapie oder Vorbehandlung vor Zahnersatz.
Ab wie vielen positiven Befunden ist der CMD-Kurzbefund auffällig?
Beim CMD-Kurzbefund nach Ahlers und Jakstat gilt eine CMD ab zwei positiven der sechs Befunde als wahrscheinlich. Dann sollte eine klinische Funktionsanalyse folgen. Ein einzelner positiver Befund löst nach diesem Schema keine erweiterte Diagnostik aus, sollte aber dokumentiert und bei der Planung berücksichtigt werden, besonders wenn es sich um Schmerz bei der Muskelpalpation handelt.
Ist ein CMD-Screening vor Zahnersatz Pflicht?
Die S2k-Leitlinie Okklusionsschienen (AWMF 083-051) bezeichnet einen funktionellen Kurzbefund vor umfangreicher prothetischer Versorgung aus zahnmedizinischen und medizinrechtlichen Gründen als erforderlich. Leitlinien sind rechtlich nicht bindend, beschreiben aber den fachlichen Standard. Wer vor einer großen Versorgung kein Screening dokumentiert hat, kann einen unauffälligen Ausgangsbefund später kaum belegen.
Reicht ein Fragebogen als CMD-Screening aus?
Validierte Fragebögen wie der TMD Pain Screener erkennen schmerzbezogene CMD sehr zuverlässig. Für die prothetische Planung fehlen ihnen aber Befunde wie Okklusionsstörungen, Verschleiß und Einschränkungen der Mundöffnung. Kombinieren Sie deshalb die Schmerzanamnese mit einer kurzen klinischen Untersuchung, wie es das DGFDT-Screening und der CMD-Kurzbefund vorsehen.
Muss ein knackendes Kiefergelenk behandelt werden?
Ein isoliertes Kiefergelenkknacken ohne Schmerz und ohne Einschränkung der Mundöffnung erfordert nach dem DGFDT-Screening in der Regel keine erweiterte Diagnostik und keine Therapie. Dokumentieren Sie den Befund trotzdem. Kommen Schmerzen, Blockaden oder eine eingeschränkte Öffnung hinzu, ist eine klinische Funktionsanalyse angezeigt, gegebenenfalls ergänzt durch Bildgebung.



